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Daniel
Negreanu ist zu Recht einer der bekanntesten Pokerspieler. Sein Erfolg ist enorm, sein Talent außer Konkurrenz und seine Persönlichkeit einzigartig.
2004 gewann Daniel den Award für den Spieler des Jahres beim Cardplayer Magazine's Turnier sowie bei der World Series of Poker. Seine
Turniergewinne betrugen 2004 über $4.400.000. In Live-Spielen spielt er vom $1000-2000 Spiel bis zum $4000-8000 Spiel und hat vor, in Zukunft
häufiger an den größeren Spielen teilzunehmen. Viele Menschen (und dazu zähle auch ich) sind der Meinung, dass Daniels Spiel derzeit am besten
ist. Möglicherweise hat er Talent und natürliche Begabung für das Pokerspiel, aber er arbeitet auch hart, härter als jeder andere in dem Spiel.
Ich bin Daniel mehrmals begegnet, und ehrlich gesagt, wusste anfangs nicht, was ich von ihm halten sollte. Mein erster Eindruck war, dass er
der freundlichste Spieler ist, der mir jemals über den Weg gelaufen ist. Später dachte ich, dass er sich verstellte, denn niemand mit menschlichen
Zügen konnte jedes Mal lächeln, wenn man ihn traf. Ich behielt diese Meinung, bis mir aufging…niemand, der sich so frei von der Leber weg
äußerte wie er, konnte sich verstellen. Ich habe viele Nachrichten auf RGP über Daniel gelesen. Ziemlich oft sind die Leute beleidigt über das, was
er sagt. Ich akzeptiere dieses als das, was es ist: ein Mann, der bereit ist auszusprechen, woran er glaubt. Ich will nicht sagen, dass ich all
seinen Äußerungen zustimme, aber es ist erfrischend, wenn jemand seine Meinung sagt, egal was andere von ihm denken.
Obwohl ich Daniel mehrmals begegnet bin, hatte ich nie die Gelegenheit, mit ihm ein tieferes Gespräch über Poker zu führen. Ich habe aber das
Glück, dass ich über das Internet mit ihm diskutieren kann. Eines der ersten Dinge, die mich interessierten war, welcher Award für den Spieler
des Jahres ihm mehr bedeutete. Seine Antwort lautete:„Das ist schwer zu sagen, da mir beide auf sehr unterschiedliche Weise sehr viel bedeuten.
Der Titel im WSOP war einer, auf den ich hart hingearbeitet und für den ich viel investiert hatte. Diesen nach einem harten Pokermonat zu
gewinnen, war ein grandioses Gefühl. Mit dem POY war es anders. Anfang des Jahres dachte ich noch, ich hätte überhaupt keine Chance. Ich hatte mich
schon entschieden, die großen Geldspiele und nur die großen Turniere zu spielen. Ungefähr ein halbes Jahr später stellte ich fest, dass ich
tatsächlich eine Chance hatte, das Ding zu gewinnen. Ich lag ziemlich lange in Führung, aber David Pham zog an mir vorbei und ließ mir nur noch
ein Turnier, diesen Titel zu gewinnen. Das einzige Problem war, dass ich 376 Spieler schlagen muss, um zu gewinnen. Ich mag jedoch den Druck, und
mit dem Rücken gegen die Wand habe ich nicht nur den ersten Platz im Jahresrang, sondern auch das Turnier und coole $1,8 Millionen gewonnen. So
bedeuten mir beide Auszeichnungen aus unterschiedlichen Gründen sehr viel, weshalb ich deine Frage nicht beantworten kann!“
Ich fragte ihn dann wie es war, als er wusste, dass bei der letzten Veranstaltung im Bellagio ein Wunder geschehen musste, um den
Cardplayer-Award zu gewinnen und ob dieser dann eine extra Belohnung war, da das Rennen so knapp war. Er fuhr mit seiner Erklärung fort: „In dieser
Weise bin ich irgendwie pervers. Als David mich überholte und nur noch ein Event übrig war, dachte ich ‘Cool. Der Kampf beginnt.’ Wenn ich keine
Herausforderung spüre, bin ich als Pokerspieler wertlos. Wenn ich in Situationen spiele, die unter keinem hohen Druck stehen, werde ich oft
faul und habe kein Ziel. Stell’ dir vor, du spielst gegen jemanden Schach, gegen den du noch NIE verloren hast; würde das auf die Dauer nicht
langweilig werden? Ich freue mich über jeden Sieg, aber ohne die Angst vor dem Verlieren ist dieser definitiv weniger wert.“
Ich mag es, Daniel beim No Limit Holdem zuzuschauen, da er das Spiel so wunderbar beherrscht. Er weiß, dass es nicht um die Karten geht, sondern
um Situationen und darum, die Spieler zu spielen. Ich wollte wissen, was für einen Vorteil er durch dieses Wissen hat. Seine Antwort: „Ich denke,
wenn es einen Zug gibt, der mich von anderen Spielern unterscheidet, dann ist es mein Spiel NACH dem Flop. In Turnieren mit hohen Einsätzen ist das
Spielen der richtigen Startkarten weitaus unwichtiger als das Treffen der richtigen Entscheidungen in der Runde. Ich konzentriere mich mehr auf die
Zeit nach dem Flop, als dass ich mir über die richtigen Startkarten Gedanken mache. So ist es mir einfach nicht peinlich, Kreuz 2-5 of aufzudecken!"
Wie schon erwähnt respektiere ich David dafür, dass er seine Meinung sagt. Ich fragte ihn, ob er deswegen viel Ärger hat oder er sich jemals gefragt
hätte: „Warum habe ich in dieser Situation nicht einfach meinen Mund gehalten?“ Seine Antwort lautete: „Ich kann nicht sagen, dass ich immer
stolz auf das war, was ich in der Vergangenheit gesagt oder getan habe. Das heißt jedoch nicht, dass ich etwas ändern würde. Ich bereue nichts, da
ich fühle, dass alles, was ich in der Vergangenheit getan habe, mir geholfen hat, ein besserer Mensch zu werden. Ohne diese „Fehler” hätte ich
manch wertvolle Erfahrung, die mir geholfen hat, ein glücklicher Mensch zu werden, nicht gemacht.“
Als letztes habe ich mit Daniel diskutiert, welche Spieler ihm viel bedeuten. Ich und höchstwahrscheinlich 90% der Pokergemeinde wissen
bereits, dass Jennifer Harman die Hitliste anführen wird, aber es war interessant zu erfahren, dass er von Phil Ivey ebensoviel hält wie ich.
Seine Antwort war: „Es gibt so viele Leute, die ich in der Pokerwelt respektiere und sie haben alle die gleichen Eigenschaften: es sind
ausgezeichnete Spieler, die aber auch wirklich gute Menschen sind und andere gut behandeln. Phil Ivey hat ein hervorragendes Talent und
gleichzeitig ein fundiertes Wissen. Jennifer Harman spielt regelmäßg bei den größten Geldspielen der Welt mit und gewinnt. Sie verbirgt ihre
Gefühle nicht, also wenn sie sauer ist, kriegst du das auch mit! Ich respektiere Phil wegen seines zielstrebigen Vorgehens und Jennifer, da sie
es trotz vieler Schwierigkeiten, wie zum Beispiel einem zweimaligen Nierenversagen, in einer „Männerwelt“ an die Spitze geschafft hat.
Am Ende einer Email, die er mir schickte, fügte er einen Kommentar zu. Einen Kommentar, auf den wir alle hören und von dem wir lernen sollten:
„Mit der explosionsartigen Verbreitung von Poker sind Pokerspieler nun in der Lage, mehr für das Spiel zu tun. Im letzten Jahr hat man zahlreiche
unterschiedliche Angebote an mich herangetragen und ich plane, viel mehr zu tun, um Poker bekannter zu machen. Ich bin in erster Linie Pokerfan und
dann erst Spieler. Ich freue mich, dass Poker immer beliebter wird und werde alles tun, Integrität und Image des Spiels schützen zu helfen.“
Daniels Turniergewinne sind zahlreich. Seine Erfolge bei der World Series und World Poker Tour beinhalten drei WSOP-Armbänder, hierin inbegriffen
das vom Limit Holdem Event 2004, das SHOE Event 2003 und das Pot Limit Holdem Event 1998. Seine Erfolge bei der World Poker Tour umfassen den
ersten Platz im Borgata-Event 2004, den dritten Platz im
Poker Stars Caribbean Adventure, den zweiten Platz im
Party Poker Million und den ersten Platz im Bellagio
Five Diamond Event, wodurch er zum derzeit führenden Geldgewinner der WPT wurde.
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