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Greg Raymer

von Shirley Rosario


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Greg RaymerGreg Raymer ist der Gewinner der World Series of Poker 2004. Seinen Spitznamen "Fossilman" erhielt er wegen der Fossilien, die er am Pokertisch als Kartenschützer benutzt. Wie sein Gegner im Heads-Up (und späterer Turnierzweiter) David Williams sowie Chris Moneymaker, der Sieger des WSOP-Main Events 2003, gewann auch Gregory Raymer sein Ticket für das Main Event bei PokerStars. Greg genießt in der Pokerszene einen Ruf als netter Kerl - und als sehr guter Pokerspieler.

Auf dem Weg zum Titel schlug Greg 2.576 Spieler aus dem Feld und sicherte sich damit fünf Millionen Dollar - das bis dahin größte Preisgeld, das je bei einem Pokerturnier ausbezahlt worden war. Damals meinte er, er hätte bei diesem Turnier das beste Poker seines bisherigen Lebens gespielt, und außerdem viel Glück gehabt. Im Interview gab Greg mir offen und ehrlich Auskunft über dieses Turnier und seinen Weg zum Sieg.

(Ich schrieb dieses Profil ursprünglich kurz nach Gregs Sieg im Jahr 2004. Im nächsten Jahr gelang ihm beinahe das Unmögliche: Trotz eines extrem stark angewachsenen Teilnehmerfelds kam er der Titelverteidigung sehr nahe und schied letztlich auf Platz 25 aus - und das bei über 5.600 Teilnehmern am Main Event 2005.)

Ich fragte Greg, ob es eine besondere Hand gegeben habe, bei der er mit gutem Spiel viele Chips gesammelt hätte. Er antwortete: "Ich habe ziemlich viele Bluffs riskiert und bin häufiger damit davongekommen als mich erwischen zu lassen. Aber meine 'kreativste' Hand gelang mir am TV-Tisch, als ich mit T-8 offsuit erhöhte, um die Blinds zu stehlen, und John Murphy im Big Blind mit einem Re-Raise antwortete. Ich wusste, dass er ein Blatt hatte, das er für das Beste am Tisch hielt - womit er wahrscheinlich auch richtig lag -, das aber trotzdem so anfällig war, dass er es nicht auf einen Showdown ankommen lassen wollte. Er hatte mich vorher schon ziemlich herumgeschubst, also wollte ich ihm unbedingt einen Dämpfer verpassen. Deshalb ging ich meinerseits All-in. Er überlegte zwar etwas, passte aber relativ schnell. Danach zeigte ich ihm mein Blatt - keine Ahnung, ob das irgendetwas für die späteren Hände gebracht hat, die wir noch gegeneinander spielten, aber das war zumindest meine Absicht gewesen."

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Dann gab es noch eine Hand, ziemlich zu Beginn des Finaltischs, als Raymer gegen Mike McClain Glück hatte und mit T-T gegen McClain A-A eine Zehn floppte, und eine weitere Hand, in der er mit A-T gegen A-K antrat und auf dem River einen Straight bis zur Dame zusammenbekam. Greg meinte im Interview, dass es zwar ein paar Hände gegeben hätte, in denen er wirklich deutlich hinten lag und eine Glückskarte erwischte, aber dass ihn keine dieser Hände im Verlustfalle einen wirklich großen Teil seiner Chips gekostet hätte. Die beiden oben erwähnten Hände waren die einzigen "Bad Beats", die er seiner Erinnerung nach jemand anderem zugefügt hat. Dabei definierte er "Bad Beat" als eine Hand, bei der er deutlich hinten lag, als die Chips in die Mitte geschoben wurden, und danach Glück hatte. Allerdings gab er zu, dass es viele Hände gegeben hätte, bei denen er zunächst Glück gehabt hatte und DANACH all seine Chips in die Mitte schob.

Nach der World Series of Poker fand ein Turnier im Union Plaza in Las Vegas statt, an dem nur 68 Spieler teilnahmen - von denen die Mehrzahl aber zu den besten Pokerspielern der Welt gehörte. Ich fragte ihn, was schwieriger sei: Ein Feld von rund 2.500 Teilnehmern zu schlagen, unter denen viele bestenfalls mittelmäßige Spieler sind, oder ein Turnier gegen die besten 100 Spieler der Welt zu gewinnen. Greg antwortete mir mit einem sehr stichhaltigen Argument: "Beide Turniere sind äußerst schwer zu spielen. Doch da bei einem Teilnehmerfeld von 2500 Spielern die besten 100 Pokerspieler auch dabei sind, halte ich das Spielen in einem solchen Mega-Turnier für anspruchsvoller. Außerdem sitzen bei der WSOP viel weniger mittelmäßige Spieler am Tisch, als man meinen sollte."

Dann fragte ich ihn, wie schwierig es sei, eine Woche lang ununterbrochen auf gleichbleibend hohem Niveau Poker zu spielen. "Normalerweise ist es sehr schwer, eine ganze Woche lang gleichbleibend gut zu spielen", sagte Greg. "Aber aus irgendeinem Grund war ich die ganze Zeit über ruhig und konzentriert und habe nur wenige Hände gespielt, die mir direkt nach meiner Entscheidung wie ein Fehler vorkamen. Ich wüsste gern, wie es mir damals gelungen ist, so gleichmäßig gut zu spielen - dann würde ich das bei jedem Turnier wiederholen."

Greg Raymer war jahrelang aktiver Teilnehmer an der Internet-Newsgroup rec.gambling.poker (RGP). Darum fragte ich ihn, ob ihm diese Newsgroup dabei geholfen hätte, die Fähigkeiten zu entwickeln, die man für den Gewinn eines solchen Events braucht. "Natürlich. RGP ist eine von vielen Lernmöglichkeiten, die Pokerspielern heute zur Verfügung stehen." Auch seine aktive Teilnahme an den Pokerforen auf "twoplustwo" hätte sich für ihn als sehr hilfreich erwiesen.

Greg begann mit dem Pokern an der Universität. "Ich habe im Studentenwohnheim angefangen, um Kleingeld zu pokern. Doch dann habe eine Pause eingelegt und erst wieder gepokert, als ich meinen ersten Job als Rechtsanwalt in Chicago bekam. Während der Studienzeit habe ich mir als Blackjack-Kartenzähler in den indianischen Casinos in Minnesota etwas dazu verdient. Als ich dann nach Chicago kam, gab es keine Blackjack-Tische, an denen ich gut genug gewesen wäre, um Geld zu machen, und auf der Suche nach einer geeigneten Partie stieß ich zufällig auf eine Pokerrunde für wohltätige Zwecke, wo $3/$6 Hold'em oder Omaha gespielt wurde. Es gefiel mir dort, und so versuchte ich, mir mit Poker etwas dazu zu verdienen. Ich kaufte mir einen Haufen Pokerbücher, stieß auf die RGP-Newsgroup und machte meinen Weg, von den $3/$6-Tischen über die $20/$40-Tische bis zu den $150/$300-Partien, die ich heute in Connecticut spiele."

Gregory RaymerObwohl er sein Ticket für das Main Event online gewonnen hat, wäre Greg Raymer auf jeden Fall nach Las Vegas gefahren, um am Turnier teilzunehmen - denn er hatte schon in den beiden Jahren zuvor beim Main Event mitgespielt. "2002 hatte ich einen guten Lauf, bis ich irgendwann vor dem Flop mit Pik As und Pik Dame All-in ging und gegen Tony D mit T-4 offsuit verlor. Damals wurde ich ungefähr Achtzigster. 2003 spielte ich gerade einmal drei Stunden, verlor dann wie ein Vollidiot gegen Alan Goehring und verabschiedete mich. Und im Jahr 2004 lief es von Anfang an wie geschmiert, und ich konnte mich Tag für Tag ein wenig verbessern." Nun ja - in Wahrheit verbesserte er sich im Laufe einer Woche auf FÜNF MILLIONEN DOLLAR!

2007 setzte Greg sich beim $320 Pot Limit Omaha Re-Buy-Event der World Championship of Online Poker (WCOOP) gegen 772 Spieler durch, belegte Platz Eins und gewann damit $168.362.

Greg Raymer: English, German, Dutch, French, Spanish, Italian, Norwegian, Swedish, Portuguese, Danish

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