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Beim
Main Event der World Series of Poker 2005 besiegte Joseph Hachem 5.618 Spieler und holte sich den Weltmeistertitel.
Sein Sieg brachte ihm das Rekord-Preisgeld von 7,5 Millionen Dollar und einen Platz in der ewigen Ruhmeshalle des Pokerns ein.
Joe Hachem stammt eigentlich aus dem Libanon, doch im Jahr 1972 wanderte seine Familie nach Australien aus und ließ
sich in Melbourne nieder. Der verheiratete Familienvater mit vier Kindern arbeitete ursprünglich als Chiropraktiker,
bis ihn 2002 eine seltene Blutkrankheit in den Händen dazu zwang, seinen Beruf aufzugeben. Während er überlegte, wie
sein Leben in Zukunft weitergehen sollte, begann er mit dem Pokerspielen. "Ich habe in Casinos angefangen, dann aber
mehr und mehr im Internet gespielt", erzählte er. Wenn er nicht gerade Online-Poker spielte oder im Crown Casino von
Melbourne zu finden war, arbeitete er als Immobilienmakler in Pascoe Vale.
Der entscheidende Durchbruch für Joes Spiel kam, als er lernte, sein Temperament unter Kontrolle zu halten. "Früher war
ich aufbrausender", so Joe. "Meine libanesische Herkunft sorgt dafür, dass mein Blut immer kurz vor dem Überkochen
steht. Ich bin einfach sehr leicht entflammbar."
Diese Entwicklung zu mehr Ausgeglichenheit und Geduld dürfte ihm auch am Finaltisch der WSOP 2005 sehr genützt haben -
schließlich war er einer der Shortstacks, als nur noch fünf Spieler am Tisch saßen. Aber irgendwann, als Aaron Kanter
ihm mit vielen Re-Raises unablässig zugesetzt hatte, entschloss er sich dagegenzuhalten. Hachem hatte Q-7 auf der Hand,
während Kanter ein Paar Neuner hielt. Der Flop brachte Q-8-2, und auch auf Turn und River kam keine Hilfe für Kanter
mehr. Nach dieser Hand begann Hachems Siegeszug zum Titel ... In einem Interview nach dem Event sagte er: "Nachdem ich
diese Chips einmal gewonnen hatte, wusste ich, dass ich sie nicht mehr rausrücken würde. Ich war mir sicher, dass ich
den Titel holen würde." Er gewann die WSOP 2005 letztlich mit 7-3 als Startkarten. Dank eines Boards mit 6-5-4 floppte
Hachem eine Straße - und sein Gegner Steve Dannenmann, der A-3 auf der Hand hatte, hielt dadurch seinerseits einen
Straight Draw. Dannenmann hätte eine Sieben gebraucht, um den Pot noch zu teilen, doch er bekam keine Hilfe mehr.

Windows - Mac
Nach dem Sieg brachen Joes Fans und Landsleute ein letztes Mal in ihren Schlachtruf "Aussie, Aussie, Aussie - Oi!, Oi!,
Oi!" aus, mit dem sie ihn das ganze Finale über angefeuert hatten. Joe wickelte sich in eine australische Flagge und
rief: "Danke Amerika." Doch die Australier, die das Finale im Rio live miterlebt hatten, waren nicht die Einzigen, die
nach seinem Sieg verrückt spielten: "Nach dem, was ich von meinen Freunden gehört habe, muss ganz Australien
ausgeflippt sein", erzählt Joe. Zwar hatte es auch zuvor schon Poker-Weltmeister gegeben, die nicht aus den USA kamen,
doch Hachem ist der erste Australier, der die WSOP gewinnen konnte.
Nach seinem Sieg beim Main Event hatte ich das Vergnügen,
Joe Hachem zu treffen. Das Bicycle Casino gab damals eine
Party für den frisch gebackenen Weltmeister und nutzte diese Gelegenheit zur Eröffnung des neuen High-Limit-Bereichs.
Vor Beginn der Party weihte Joe in einer feierlichen Eröffnungszeremonie diese Räumlichkeiten ein; dabei erzählte er
uns eine Geschichte über einen seiner Besuche im "The Bike". Bevor er zur WSOP fuhr, war Joe in diesem Casino gewesen,
um hier an einem der No Limit-Tische zu spielen - und einer seiner damaligen Mitspieler hatte geglaubt, Joe würde hier
als neuer Australischer Meister antreten. Ich weiß, wie sehr ihm der Gedanke gefallen haben wird, aber ich glaube auch,
dass Joe Hachem nicht erwartet hätte, dass dies eines Tages Wirklichkeit werden könne. Er erwies sich im Gespräch
übrigens als sehr netter Kerl mit einem offenen Lächeln, und ich freue mich, dass er WSOP-Champion geworden ist.
Obwohl Hachem vor seinem Sieg bei der WSOP in der Pokerszene weitgehend unbekannt war, hatte er bei australischen Turnieren bereits einige
Erfolge erzielt und schon zwei Wochen vor dem Main Event beim $1.000 Re-Buy No Limit Hold'em-Event der WSOP den zehnten Platz belegen können.
Wie
Chris Moneymaker und Greg Raymer gehört auch Hachem zum Team PokerStars
und ist damit prominentes Aushängeschild des Online-Pokerraums, in dem er selbst häufig spielt. Im Gegensatz zu seinen beiden Kollegen
qualifizierte er sich aber nicht bei PokerStars für die Teilnahme am Main Event, sondern zahlte die vollen $10.000 Buy-in aus eigener
Tasche - was sich für ihn aber immer noch als hervorragende Investition heraussstellte. "Natürlich verändert eine Million Dollar
das ganze Leben - ganz zu schweigen von 7,5 Millionen", so Hachem. "Danach ist nichts mehr so wie vorher. Ich habe jetzt
genug Geld, um für meine Familie, meine Mutter und meine Kinder sorgen zu können."
Im Dezember 2006 gewann Hachem während der fünften Saison der World Poker Tour das Doyle Brunson Classic im Bellagio in
Las Vegas und verdiente dabei $2,1 Millionen an Preisgeld.
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