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Mike "The Mouth"
Matusow hat seinen Spitznamen (ungefähr: "Das Großmaul") absolut verdient. Wenn ihr jemals die Gelegenheit haben solltet, an einem Tisch mit
ihm zu sitzen, merkt ihr innerhalb von 10 Minuten, weshalb das so ist. Ich habe mit Mike das erste Mal beim $5000-Event in Omaha im Rahmen der World Series
of Poker 2004 gespielt. Man könnte ja davon ausgehen, dass ein Buy-In von $5000 schon genug der Aufregung ist. Nicht für Mike. Die ersten eineinhalb Stunden
des Turniers war er damit beschäftigt, Nebenwetten von jedem anzunehmen, den er dazu bewegen konnte. Ein Königreich für ein paar Ohrenstöpsel!
Solltet ihr noch nicht das Vergnügen gehabt haben, neben ihm zu sitzen, dann habt ihr ihn doch sicher schon einmal im Fernsehen gesehen – bzw.
gehört. Bei den Fernsehübertragungen des Hauptevents der WSOP steht Mike häufig im Mittelpunkt. Er hat sich 2004 mehrmals mit Greg Raymer gemessen,
doch holte sich dabei regelmäßig eine blutige Nase. Mike versuchte massiv, Greg mit Worten zu beeindrucken. Das Shakehand im Anschluss an die Partie
verweigerte dieser. Am besten kann ich mich eigentlich an Mikes Interview aus diesem Jahr erinnern. Er sprach über sein Leben und darüber, wie er
sich verändert hatte. Er sagte, er habe seine wilden Jahre jetzt hinter sich. Ich fühlte mich emotional berührt von seinen Worten, und ich
bedauerte sein knappes Ausscheiden. Im Anschluss an die Fernsehübertragung der World Series wurde Mike zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er
hatte für einen Zivilfahnder Drogen besorgt.
Matusow ist wohl auch ein sehr emotionaler Mensch. Er musste weinen, als er 2004 ausschied. Manchmal kommt es während großen Turnieren zu den
berüchtigten "Matusowschen Ausrastern". Von einem Matusowschen Ausraster spricht man, wenn er zu Beginn eines Turniers sein bestes Poker zeigt,
um dann die Partie mit nur einem Blatt oder innerhalb weniger Runden in den Sand zu setzen. Während der WSOP 2005 war es scheinbar mal wieder so weit.
Der Dealer warf Mike unsauberes Spiel vor. Der Turnierleiter wurde gerufen und sollte eine Entscheidung fällen, Mike verteidigte sich und wurde dabei
von den anderen Spielern am Tisch unterstützt. Der Turnierleiter beließ es bei einer Warnung. Doch nur wenige Augenblicke später stieß Mike, immer
noch verärgert, einen unangemessenen Fluch aus (das "F-Word"). Der Leiter meinte, er müsse ihn mit einer 10-Minuten-Strafe belegen. Dieses Wort
sei am Pokertisch tabu. Mikes Antwort: "F… that". Das waren 10 weitere Strafminuten. "F-ing great", so Mikes Kommentar. Beim Verlassen
des Tisches ließ Mike es sich nicht nehmen, noch einmal 10 Strafminuten für einen weiteren Fluch zu sammeln. Insgesamt 40 Strafminuten, doch aus dem
Publikum wurde ihm applaudiert, als er sie antrat.

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Mike Matusow lebt in Las Vegas, Nevada. Man kennt ihn als einen der besten Omaha Hi Low-Spieler der Welt. Er began seine Poker-Karriere als Dealer in
Las Vegas im Orleans und Sam's Town Casino. Dort gesellte er sich am späten Abend für ein paar Runden Omaha Hi Low zu den Spielern. Hierbei reifte
sein Entschluss, Vollzeit zu spielen, und heute tut er dies bei FullTilt Poker. Im Hauptevent der 2005 World Series of Poker belegte er den neunten Platz.
Ray Bitar, CEO von TiltWare, kommentierte sein Abschneiden mit den Worten: "Wir sind stolz auf Mike Matusow. Er ist der letzte große Name, der die
Fahne von Full Tilt Poker im größten Pokerturnier der Welt hochgehalten hat." Weitere Höhepunkte in der Karriere von Mike Matusow sind der Gewinn der
WSOP-Armbänder in den Events Omaha Hi Low 2002 und No Limit Holdem 1999. Er spielte ebenfalls auf der World Poker Tour und belegte dort den dritten Platz im
Aruba Ultimate Bet Poker Classic 2004.
Wenn ihr Mike fordern möchtet, dann könnt ihr das (dankenswerterweise ohne Ton) bei
Full Tilt Poker.
Dieses Spielerprofil wäre nicht komplett ohne eine Auswahl aus Mikes besten Sprüchen:
"Ich bin absolut davon überzeugt, einer der Top-Five No Limit Holdem-Spieler weltweit zu sein. Sonst kann ich doch nichts. Bei allem
anderen stelle ich mich an wie ein Volltrottel."
"Ich denke, ich bin der Spieler, der auf der Tour am meisten geschätzt wird. Ich glaube, die Leute lieben mich, zumindest haben wir immer viel
Spaß miteinander. Okay, ich stichele manchmal ein wenig. Aber ich meine das nicht böse."
"Ich habe keine Angst. Absolut nicht. Ich fürchte mich nicht davor, pleite zu gehen. Ich kann es mir leisten, die Erfolge eines ganzen Turniers aufs
Spiel zu setzen, denn ich bin ein Top-Pokerspieler, und das werden auch alle sehen."
"Jetzt spielen bei diesem Turnier über 2000 Nieten mit. Und was passiert mir? Ich muss ausgerechnet am Tisch mit den Könnern ran."
"Poker erfordert kein Geschick. Poker ist ein Witz. Turnierpoker ist ein Witz. Wer ein bisschen Glück hat, der ist der nächste Superstar."
"Ich spiele das beste Poker meines Lebens."
"Ich habe gedacht, das wird mein Jahr, ich wusste, ich war der beste Spieler am Tisch. Ich bin vielleicht sauer! Gerade, wenn es spannend wird,
nimmt man mir die Chance, zu spielen." (ESPN-Interview, nach seiner Disqualifikation in der Endrunde 2005)
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